Wanderung zur Olperer Hütte
„Geht wandern“, haben sie gesagt. „Die Olperer Hütte ist ein Traum“, haben sie gesagt. Ja. Traumhaft schön vielleicht. Aber dass dieses Ziel gefühlt am letzten verdammten Eck des Berges liegt und man unterwegs ungefähr hundertmal denkt „Wir sind safe falsch“, hat irgendwie keiner erwähnt. Die Hütte zeigt sich nämlich ewig nicht. Du läufst, schwitzt, zweifelst, guckst um jede Kurve und sie ist einfach nicht da. Nichts. Und genau als wir fast wieder umdrehen wollten, tauchte sie plötzlich auf. Einfach so. Und ganz ehrlich: In dem Moment waren der Frust, das Gefluche und die Zweifel schlagartig vergessen.
Denn die Wanderung zur Olperer Hütte ist zwar alpin, stellenweise ordentlich fordernd und nichts, was du mal eben nebenbei wegspazierst. Aber diese Aussicht da oben ist einfach komplett geisteskrank. Raue Berge, endlose Weite und dieses unfassbar gute Gefühl, es wirklich geschafft zu haben. Genau diese Mischung aus Anstrengung, Respekt vor dem Berg und diesem Wow-Moment oben macht die Tour so besonders
Anfahrt
Schon die Anfahrt zur Olpererhütte macht klar, dass diese Tour kein kleiner Sonntagsspaziergang mit bisschen Aussicht wird. Je näher du dem Schlegeis Stausee kommst, desto mehr zieht die Bergkulisse an und spätestens dann ist klar: Das hier wird richtig gut. Oder richtig anstrengend. Wahrscheinlich beides.
Der Startpunkt der Wanderung liegt am Schlegeis Stausee und der Weg dorthin führt über eine kurvige Bergstraße, die dir schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Tag gibt. Der letzte Abschnitt ist eine Mautstraße und kostet pro Auto 12,50 Euro. Dafür kommst du aber bequem bis zum Parkplatz hoch und kannst von dort direkt loswandern. Klar, du kannst das Auto auch unten stehen lassen und den Rest zu Fuß machen. Dann sammelst du halt schon vor der eigentlichen Wanderung fleißig extra Höhenmeter. Ambitioniert auf jeden Fall.
Früh loszufahren lohnt sich hier doppelt. Du hast oft mehr Ruhe, bessere Chancen auf einen guten Parkplatz und startest deutlich entspannter in die Tour. Und ganz ehrlich: Bei so einer Wanderung ist es nie verkehrt, die Nerven nicht schon bei der Anfahrt zu verheizen.
Wichtige Infos
Schwierigkeit & Kondition
Die Wanderung zur Olpererhütte ist eine alpine Tour und auch wenn sie viele machen, heißt das noch lange nicht, dass sie easy ist. Sie ist auf jeden Fall machbar, aber sie schenkt dir absolut gar nichts. Der Weg ist technisch nicht komplett wild, zieht aber konstant nach oben und sammelt auf kurzer Strecke mal eben rund 600 Höhenmeter ein. Heißt: Du musst kein Bergprofi sein, aber ein bisschen Kondition schadet definitiv nicht. Gerade Anfänger kann die Tour ganz schön aus der Reserve locken, weil das hier eben kein gemütlicher Feierabendsspaziergang mit bisschen Aussicht ist.
Für mich war das damals tatsächlich meine erste Alpinwanderung und sagen wir es mal so: Ich war zwischenzeitlich nicht weit davon entfernt, nach einem Sauerstoffzelt zu fragen. Genau deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, die Tour nicht zu unterschätzen. Machbar ist sie auf jeden Fall, aber eben nicht ohne Schnaufen, Schwitzen und den einen oder anderen kurzen inneren Zusammenbruch.
Festes Schuhwerk ist hier Pflicht. Also bitte keine Sandalen, keine glatten Sneaker und ganz sicher keine High Heels, außer du willst dem Berg wirklich eine gute Geschichte liefern.













Zur Wanderung
Am Anfang wirkt der Weg noch fast harmlos. Erst geht es durch ruhigere, bewaldete Abschnitte, bei denen man noch kurz denkt, das wird heute vielleicht doch entspannter als erwartet. Diese Hoffnung hält allerdings nicht besonders lange. Schon nach kurzer Zeit zieht die Strecke spürbar an und wird deutlich steiler. Spätestens dann ist Schluss mit lockerem Einlaufen.
Von da an geht es über steinige Wege, Geröll und enge Kehren immer weiter bergauf. Genau dort fängt die Tour an, dich wirklich zu fordern. Technisch ist die Wanderung zwar nicht extrem schwierig, aber der Untergrund verlangt trotzdem Aufmerksamkeit. Trittsicherheit ist deshalb definitiv wichtig. Und genauso wichtig: vernünftige Wanderschuhe. Mit Sandalen, glatten Sneakers oder anderen modischen Fehlentscheidungen macht diese Tour ganz sicher keinen Spaß.
Was ich an der Strecke aber liebe: Du wirst unterwegs ständig belohnt. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf den Schlegeis Stausee, die so gut aussehen, dass man eigentlich gar nicht anders kann, als ständig stehen zu bleiben. Natürlich haben wir genau das auch gemacht. Einmal, um Fotos zu schießen. Zweimal, um die Aussicht zu genießen. Und dreimal wahrscheinlich auch einfach, um kurz wieder normal atmen zu lernen.
Besonders schön fand ich die Passagen am Gebirgsbach. Das Wasser rauscht mit ordentlich Kraft den Berg hinunter, ist glasklar und wirkt in dem Moment ungefähr wie der beste Freund, den man auf so einer Wanderung haben kann. Gerade wenn die Sonne knallt und der Anstieg langsam in den Beinen sitzt, ist jede kleine Erfrischung Gold wert.
Was bei der Olpererhütte übrigens mental wirklich interessant ist: Du läufst gefühlt ewig, ohne dein Ziel überhaupt mal richtig zu sehen. Mehr als einmal denkt man sich, dass man doch unmöglich noch richtig sein kann. Und dann taucht sie irgendwann doch auf. Erst klein in der Ferne, dann langsam greifbarer. Genau ab da schaltet der Kopf noch mal um, auch wenn die letzten Meter sich trotzdem ziehen wie Kaugummi.
Als wir oben ankamen, war ich einfach nur froh, stolz und komplett geplättet. Für mich war das damals meine erste Alpinwanderung und ich habe unterwegs wirklich verstanden, warum man solche Touren nicht unterschätzen sollte. Machbar ist sie auf jeden Fall, aber leicht ist was anderes. Ich sag es mal so: Ein Sauerstoffzelt hätte ich in manchen Momenten nicht abgelehnt.
Oben an der Olpererhütte auf 2.389 Metern angekommen, ist die Anstrengung dann aber ziemlich schnell vergessen. Die Aussicht ist einfach absurd schön und genau so ein Moment, bei dem man sofort weiß, warum man sich das angetan hat. Dazu kommt die urige Hütte selbst, die nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten bietet, sondern auch der perfekte Ort für eine Pause ist. Und ganz ehrlich: Mit diesem Panorama im Blick schmeckt selbst ein einfaches Radler wie die Belohnung des Jahrhunde
Die berühmte Brücke aus Instagram und CO.
Die berühmte Brücke bei der Olpererhütte ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum diese Wanderung so oft auf Instagram, Pinterest und gefühlt überall sonst auftaucht. Und ja, ich kann’s verstehen. Die Kulisse dort oben ist einfach komplett absurd schön. Im Hintergrund die Berge, darunter der Schlegeisspeicher und mittendrin diese Hängebrücke, die aussieht, als hätte jemand ganz genau gewusst, was für ein Fotospot Leute komplett eskalieren lässt.
Natürlich ist man dort oben nicht allein. Wenn das Wetter gut ist, wollen ungefähr 700 andere Menschen genau dieses eine Bild auch noch haben. Heißt: Es kann schon mal zu kleinen Wartezeiten kommen, bis man dran ist. Aber ganz ehrlich, der Spot ist schon wirklich besonders und wenn man dann selbst auf der Brücke steht, versteht man auch sofort, warum alle dieses Foto wollen.
Ich sag’s aber lieber direkt, damit hinterher keiner überrascht tut: In echt wirkt die Brücke je nach Perspektive auf Fotos oft noch wilder, als sie tatsächlich ist. Das ändert aber nichts daran, dass sie definitiv ein Highlight der Tour ist. Sie gehört einfach dazu und ist der perfekte Ort für dieses eine Bild, bei dem später alle so tun, als wärst du mal eben entspannt durch die Alpen spaziert.
Oben an der Olpererhütte angekommen, fragst du dich wahrscheinlich erst mal, wo jetzt eigentlich die berühmte Hängebrücke mit Blick auf den Schlegeis Stausee bleibt. Die gute Nachricht: Du bist fast da. Du musst einfach dem Wanderweg hinter der Hütte noch ein kleines Stück weiter bergauf folgen. Zuerst kommst du am bekannten Herz vorbei und kurz danach weißt du spätestens, dass du richtig bist. Nämlich dann, wenn du eine kleine Ansammlung an Menschen siehst, die alle auf ihren großen Moment auf der berühmten Hängebrücke warten. Quasi einmal Schlange stehen für das Foto, das später so aussehen soll, als wärst du ganz allein dort gewesen.
Beste Zeit
Die beste Zeit für die Wanderung zur Olpererhütte liegt meiner Meinung nach zwischen Juni und Oktober. Dann ist die Hütte in der Regel bewirtschaftet und das ist nach dem Aufstieg wirklich eine verdammt gute Nachricht. Denn sind wir mal ehrlich: Ein Kaiserschmarrn oder eine ordentliche Brotzeit schmecken nach ein paar schweißtreibenden Höhenmetern einfach doppelt so gut.
Wichtig ist aber nicht nur die Jahreszeit, sondern auch, wann du losgehst. Such dir am besten Temperaturen aus, mit denen du gut klarkommst. Im Hochsommer würde ich persönlich nicht gerade zur Mittagshitze aufbrechen. In der prallen Sonne den Berg hochzustapfen kann kreislauftechnisch nämlich ziemlich schnell nach hinten losgehen. Deutlich angenehmer sind die frühen Morgenstunden oder der späte Nachmittag, wenn die Temperaturen milder sind und der Aufstieg nicht ganz so gnadenlos ballert.
Wir waren sogar schon im Frühjahr bei absolutem Traumwetter oben. Blauer Himmel, klare Sicht, perfekte Bedingungen. Heißt aber trotzdem nicht, dass du einfach blind losmarschieren solltest. In den Bergen macht das Wetter gern sein eigenes Ding und bei Regen kann der Weg schnell unangenehm rutschig werden. Da hilft dir dann auch das Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung“ nur noch bedingt weiter.
Deshalb gilt: Wetter checken, Schneelage im Blick behalten und nicht einfach auf gut Glück losziehen. Wenn die Mautstraße bereits offen und schneefrei ist, kann die Tour auch schon im April oder Mai machbar sein. Aber eben nur dann, wenn die Bedingungen wirklich passen und nicht nur auf dem Handy schön aussehen.
Mein Fazit zur Wanderung
Die Wanderung zur Olpererhütte ist genau so eine Tour, bei der du unterwegs mehr als nur Höhenmeter sammelst. Du kommst ins Schwitzen, fluchst zwischendurch vielleicht ein bisschen über das Geröll und stehst am Ende trotzdem mit einem fetten Grinsen oben. Die Aussicht auf den Schlegeis Stausee ist einfach brutal schön und macht den Aufstieg mehr als wett. Wer trittsicher ist, halbwegs fit und Lust auf ein echtes Berggefühl hat, sollte sich diese Wanderung definitiv nicht entgehen lassen. Für uns ganz klar: anstrengend, aber jeden einzelnen Schritt wert.














